Wer hätte das gedacht. Nach 4 warmen Tagen mit bis zu 8°C Tagestemperaturen blieb auf der großen Breite der Schlei eine genügend große Fläche, die mit dem erneuten Kälteeinbruch, am 30.12., bereits am Neujahrstag wieder schwarzes Eis zeigte. Nur stellte sich den Aktiven die Frage: Wir kommen wir da auf´s Eis.

Henning, G-499, der lokale Pfadfinder, machte sich bereits am 29.12. in gewisser Vorahnung der Segelfreuden auf den langen Weg rund um die Schlei um die schwer zugänglichen Ufer zu erkunden und konnte endlich in Fleckeby am Hafen, vom Kopf der Brücke aus, das Eis betreten. Sofort wurden die anderen Aktiven eingeschaltet und die bereits lange nicht mehr ausgesegelte, offene Schleswiger Stadtmeisterschaft, wurde geplant. Am Neujahrstag sollte es stattfinden und wie immer an diesem Tag: Ohne Streicher. Ein Besonderheit der hartgesottenen Schleswiger DN Segler aus dem SSC. Am Sylvestertag traf sich zunächst eine kleine Grußße am Hafen in Fleckeby, man stellte aber schon bald fest, daß es hier, weit vor dem Hafen, keinen festen Durchgang zur großen freien Eisfläche gab. Der Wind hatte nachts zwei Rinnen aufgeweht, die am Vortag nicht zu sehen waren. Die aufgebauten Schlitten wieder ruck-zuck auf´s Dach, Planken mit Kufen dran in den Wagen, Kofferraumdeckel auf ging es zum nächsten Takelplatz: Wesseby. Hier mußten zunächst lange Bohlen und Leitern herangeschafft werden, da der Eisrand auf 2m Breite einfach durch die erwärmte Landmasse der vorangegangen Tage weggetaut war. Auf der großen Breite wurde eine sichere Fläche durch Luv-und Leetonne markiert und es gab einige Probeläufe. Nachdem der Tonnenbesitzer diese wieder in seinen Besitz gebracht hatte (sprich abgebaut) wurde zunächst etwas orientierungslos eine neue Leetonne ausgelegt und prompt brachen beim nächsten Start Wolfgang Hunger und Karsten Hammer mit der Leekufe ein. Hunger´s Schlitten kenterte sogar bis zu 90° und konnte erst mit Hilfe zweier Leinen wieder herausgeholt werden. Die Stellen wurden näher untersucht und siehe, wir waren inzwischen auf weißes Eis gekommen. Dieses Lufteis ist ja immer mit Vorsicht zu begehen und besonders die Stellen mit Schneewehen sind oft matschig und tragen nicht. So auch hier. Ein schöne Lehre am Eis für alle Neulinge. Unverständlich einige DN Tourensegler, die nach Abbruch der Regatta und bei beginnender Dunkelheit über die ganze, teilweise unsichere Fläche heizten. Männer, lest die Nachricht von Rainer Hinrichsen, denkt mehr darüber nach, was ihr tut – sollte nur einem etwas passieren, so wird der ganze Sport durch behördliche Maßnahmen für uns alle gefährdet werden. Das MUSS nicht sein!

Die Meisterschaft (es muß ja nicht immer die Italienische sein!!) fand dann wie verabredet am Neujahrstag statt. Immerhin 15 aktive DN Segler (und unzählige Tourensegler) hatten es geschafft und fanden sich high Noon an der Startlinie ein. Leider hatte die Regattaleiterin keinen Babysitter gefunden und so wurde in Eigenregie organisiert. Eine Probelauf über 2 Runden erbrachte die Startaufstellung und dann wurden bei besten Bedingungen, schwarzem Eis, mit teilweiser Schneeauflage und kleiner Schneewehenbildung bei ca. 2 Bft gesegelt. Die Ergebnisse der Trainingsläufe vom Vortage wurden dabei teilweise auf den Kopf gestellt. (Gesamt-und Einzelplazierungen siehe unter Ergebnisse) Vom Start weg konnte ich (G-99) mich behaupten und endlich mal mit guten Vorsprüngen eine Serie gewinnen. Drei Tage in der Werkstatt hatten mir Selbstvertrauen gegeben und meinen Kufen einige Nulldurchgänge gebracht. Stefan (G-746) zeigte sich nach seiner selbst auferlegten DN Pause wieder stark, auch bei ihm hatten es die Stunden in der Werkstatt gebracht. Stefan und ich waren ja am letzten Goldberger See Wochenende ziemlich unzufrieden nach Hause gefahren. Man muß dann einfach etwas tun am Material, das hilft meistens. Henning (G-499) lieferte sich packende Rennen mit Lumpi, (G-580) der allerdings weder durch sportliches Verhalten noch bei der Preisverteilung auffiel. Im Gegensatz zu allen anderen, die erfreut die von SP Systems gestifteten Preise entgegen nahmen, wurde Lumpinski nicht mehr gesehen. Einige Neulinge wurden in den Regattsport eingeführt, gewöhnen müssen wird man sich an die G-640, ehemals Alex Hagen´s Boot, jetzt im Besitz von Wolfgang Hunger. Leider waren auch einige Doppelnummern, oder Boote und Segel mit Nummern der Vorbesitzer, oder Boote und Segel ganz ohne Nummern. Freunde der Nordflotte, so schwer kann es doch nicht sein, bei Rainer Hinrichsen eine Nummer zu beantragen und dann auf´s Segel geklebt und auf den Rumpf. Gerade für neue, begeisterte Regattaleiter, (Dank noch einmal an Stefan, der spontan die letzten drei Läufe zeitete), der die Pappenheimer ja nicht kennt, sollte man sich deutlich „outen“. Und hier noch einmal eine deutlich Bitte an alle Tourensegler. Bitte fahrt nicht kreuz und quer durch´s Feld, solange eine Regatta läuft. Es ist einfach saugefährlich und auch irgendwie unsportlich. Durch uns Regattasegler habt ihr die Information über das Eis, habt ja zum Teil auch Sicherheit und Information über die zu befahrende Fläche, also laßt uns einfach unseren Sport ausüben. Der Spuk ist immer sehr schnell vorbei und dann habt ihr die Fläche wieder für Euch.

G – 99