Das waren schon harte Meldebeschränkungen in Schweden dieses Jahr und es wird auch in den kommenden Jahren nicht besser. Wird Zeit, daß wir auf eigenem Eis Regatten segeln und damit den „Nachwuchs“ in die Punkte bringen, damit dieser dann auch in Schweden eine Startberechtigung bekommt. Zugelassen sind dort nur 120 Segler, davon sind gleich 25 Schweden in der A-Gruppe gesetzt. Diese nehmen auch gleich im ersten Rennen die Plätze 1 – 25 von der Mitte aus ein. Schon ein kleiner Vorteil.

Man kann diese Beschränkungen der Schweden bei näherem Hinsehen verstehen. Es gibt dort jede Menge neue Segler und die möchten natürlich auf eigenem Eis gerne den wichtigsten Termin des Jahres, Ihre SM, segeln. Wer den Terminkalender der Schweden betrachtet, alle 14 Tage eine Schwerpunkt-Regatta und am Ende der Höhepunkt in Form der SM, der kann nur neidisch werden. Verdenken können wir Ihnen die etwas härtere Gangart beim Meldewesen nicht. Es macht wenig Sinn, ohne Regattaerfahrung dort aufzutauchen, die Polen und Schweden segeln einfach zu gut. Die Regatta hat ein sehr hohes Niveau. Man kann nicht einmal böse sein, wenn die Regattaleitung aus Ludvika sich dafür entscheidet, auf heimischen Eis, und nur dort, die Regatta auszurichten. Alles war vorbereitet, ein Container für die Wettfahrtleitung, ein Dixie für die Wohmobiler, auf dem Eis: Hot Dog, Kaffee, Schokolade und Fruchtsäfte bis zum Abwinken, leider aber alles nur im Nebel.

Auf Grund des Nebels erinnere ich auch den Freitag nicht genau. Ich segelte wohl einen Lauf und qualifizierte mich, danach nur laue Trainingsrunden, bei denen man immer Angst hatte, mit jemandem zusammen zu stoßen. Das Wochenende verabschiedete sich naß und kalt, am Sonntag, so wurde mir berichtet, gab es sogar Sicht aber dafür gar keinen Wind. Bekannt ist ja, daß diese Regatta an 5 Tagen ausgesegelt werden kann und so blieb Jean Claude,Z-39, gleich vor Ort. Die Polen und wir reisten ab. Bis Donnerstag konnte man im Internet der IS lesen, daß immer noch Ludvika auf dem Plan stand, was war ich froh, als mich Holger (G-890) eine 1/4 Stunde nach meiner letzten Überprüfung anrief und sagte, es ging nach Fiskeboda. Prima, alles klar, dieser Ort war mir sympathisch.

10 Stunden Fahrtzeit von Schleswig waren erträglich und am Samstag fanden wir tolle Bedingungen und vor allen Dingen guten Wind vor. 55 Segler waren noch am Start. Die verbliebenen oder wieder erschienenen B Gruppen Segler starteten gemeinsam mit der A, die Punkte zählten aber nur für die B Wertung. Prima Entscheidung. Der Sport war hervorragend, 4 Läufe am Samstag und Darek Kardas (P-13), der schon am Goldbergsee Deutscher Meister geworden war, fügte seiner VITA einen weiteren Erfolg hinzu: Schwedischer Meister 2001 – und das bei Wind bis 4,5 Bft. Er war immer schnell unterwegs. Im letzten Rennen, mit den besagten 9m/sec, zeigte allerdings Anders Cedarblatt, was mit dem DN möglich ist. Ein unglaublicher Vorsprung, eine Wahnsinnsgeschwindigkeit. Selbst Bernd (G-107) und Tomas (S-81) sahen nur seinen Auspuff. Angeblich soll er ja selbst an seinen Segeln herumändern. Naja, gerade im DN gibt es soviele Gerüchte, was das ultimative Material angeht, man muß das nicht immer alles glauben. Fakt ist, daß die Planken bei mehr Wind nach vorne wandern, man krabbelt nicht mehr hinten raus, macht dafür mit dem, hinter der Planke liegenden Schwerpunkt, Gewicht. Ideal scheinen mir dafür die neuen Boote von Jakob „Kuba“ (P-679) zu sein. Der Segler macht wenig Widerstand, man liegt tief drin, der Baum ist etwas höher durch das hohe Seitendeck vorne und man fühlt sich kuschelig eingehüllt, durch die Rundungen. Thomas Bergner (G-601) hat seine neuen Boote in die gleiche Richtung entwickelt. Mit Kuba´s Boot kann man im übrigens auch zu Hause bleiben, (virtuell segeln) die Wettfahrtleitung sieht es trotzdem auf dem Eis. OK, mit falscher Nummer, aber was macht es. Schaut mal in die Ergebnisse. Zu sehen über die schwedische Webseite.

Im Anschluß an die Schwedische wurde noch ein Lauf für den Stockholm Cup gesegelt. Praktischerweise zählte das Ergebnis des letzten Rennens gleich als Startplatz. Der Wind hatte sich noch einmal gesteigert und am Ende dieses wirklich tollen Rennens auf einer superlangen Bahn, wurden wir nachmittags, 1,5 Stunden vor offiziellem Sonnenuntergang gefragt, ob wir noch weiter segeln wollten. Die meisten waren verständlicherweise müde und wir packten für den Tag ein. Alle Anwesenden hatten ja deutlich mehr als „nur“ die 5 Rennen gesegelt, es kostete schon einige Trainingsrunden, bis man die richtigen Kufen, die richtige Abstimmung gefunden hatte.

Der Abend in Fiskeboda war sehr angenehm. Einige schöne Reden, ein gutes Buffet für alle und eine sternenklare Nacht, in der man weitere Helden hätte zeugen können.

Sonntag gab es strahlenden Sonnenschein und auf Grund der leichten Brise eine deutlich kürzere Bahn. Wir segelten 5 Rennen, zumindest versuchten wir das. 2 Rennen endeten als Laufwettbewerb nach der 2. Runde. Gut für die Muskulatur und die Sauerstoffzufuhr. Drei Rennen wurden gewertet und bei diesen Bedingungen zeigte Andreas (G-624) sein Talent und sein neues Segel. Er siegte mit unglaublichem Down-Wind-Speed (naja an der Kreuz auch nicht gerade langsam) und nach einer netten Preisverteilung verabschiedeten wir uns für diese Saison aus dem sonnigen Schweden!
Ergebnisse beider Regattaserien über die schwedische Homepage.
See you on the Ice
Next year?
Manfred
DN G-99