…uuuhps schon wieder Dienstag vormittag und die Vorbereitungen für eine „late Entry“ bei der DN EM, die zwischenzeitlich von Tallinn nach Stockholm verlegt wurde, laufen auf Hochtouren. „late Entry“ ist natürlich nicht ganz richtig, denn Harry und ich haben rechtzeitig gemeldet, haben das Meldegeld entrichtet und hatten uns auf Grund der Wetterlage entschieden, noch schnell eine Trainingsregatta zu segeln und dann rechtzeitig zum Rennbeginn vor Ort zu sein. Könnte man denken…doch es gab andere, wichtigere Gründe. Die Hürden sind jetzt allerdings aus dem Weg geräumt und nun muß der Bus vorbereitet werden und zu allem Glück darf ich auch noch den Bericht vom Kuschelpreis schreiben, weil es unseren Segelfreund Kalle, G-858, vom Dümmersee bereits im ersten Lauf gerissen hatte. Kufenhalterung abgerissen. Leider nur mit einem Bolzen befestigt. Wahrscheinlich längs in eine Spalte gefahren aber trotzdem: Freunde nehmt mindestens 3 Bolzen. Zuviele Ausfälle bereits in dieser und der letzten Saison wegen dieses Pfennigartikels.

Der Kuschelpreis wurde von mir organisiert mit dem Ziel, daß wir abends alle gemeinsam beim Essen zusammensitzen und kuschelige Gespräche führen. Dem Ruf waren einige DN Enthusiasten gefolgt. Frau Bier und ihr Team hatten sich alle Mühe gegeben. Schöne Tischdekoration und ein tolles 3 Gang Menü rundeten den Abend ab. Kuschelpreis hies auch, daß bereits am Samstagabend die Startnummern gezogen wurde und die Plätze 1 –5 an der vorgezogenen Preisverleihung teilnehmen durften. So kamen die hübsch verpackten Kuschelpreise unter das Volk und Kalle stand als zweiter eben auch als Berichterstatter fest. Weil dann schon im ersten Lauf sein Boot zusammenbrach, delegierte er den Bericht an mich.

Zum Start am Sonntag erschienen nur noch 11 Teilnehmer. Lag es an der langen Amerika´s Cup Nacht oder am schönen Wetter? Jedenfalls blauer Himmel über Goldberg, die Temperaturen zunächst am Gefrierpunkt. Der Wind hatte gegenüber Samstag nach links gedreht und deutlich zugenommen. Der Bahnaufbau wurde wieder routiniert von den Teilnehmern durchgeführt und unsere Regattaleiterin, Frieda Bergner trillerte um 11.00h zum Start. STOP! Kinderarbeit ist natürlich verboten und speziell Sonntags gibt es Regeln. So stellten wir Frieda, die ihren Job ganz toll machte, noch eine Erwachsene an die Seite. Birthe aus Plön, erkenntlich an Ihrer roten „SP Jacke“, mit der sie ja zweifelsfrei Autorität ausstrahlt, (Regattakommittee am Lipno See) stand Frieda hilfreich zur Seite.

Harry hatte richtig gewachst und ersegelte im ersten Rennen einen guten Vorsprung. Bei mir war der Nacken müde, irgendwie hatte ich in der Nacht ein bißchen Speed verloren. Es gelang mir im Laufe des Rennens noch Thomas zu überholen, aber das war´s dann auch. Bocki wurde zweiter und schraubte anschließend an seinem Boot um dann wie gewohnt 3 erste Plätze folgen zu lassen. Harry hatte eine Serie von 6 zweiten Plätzen in Folge und bei mir lief es sehr gemischt. Nach einem vierten und zwei dritten Plätzen hatte ich die Schnauze voll von den Nackenschmerzen und holte mir am Takelplatz mein Gummiband. Jost würde nun argwöhnen, ich hätte dort noch irgendwelche anderen Veränderungen vorgenommen aber ich schwöre es, der anschließende erste Platz war nur dem Gummiband und Bocki´s „dämlichem“ Start zu verdanken. Ich starte also im fünften Rennen von drei, die vermeintlich bessere Seite am Goldberger See, (man kann die Bahn legen wie man will, immer war rechts besser…wir müssen daran noch arbeiten) und fahre guten Speed. Gummi eingehakt. Ganz entspannt, ganz weit vorne im Boot. In Luv müßte jetzt, nach dem Gerenne, eigentlich Bocki auftauchen. Mmmh nichts zu sehen. Ganz alleine vorne finde ich den richtigen Wendepunkt….tiefe Spuren im Eis…. und bin an der Luvtonne vorne. Unten in Lee immer noch in Führung…wo bleibt eigentlich Bocki? sehe ich ihn an der Startlinie stehen….achso….mmh naja, so toll ist mein Speed wohl doch nicht. Das Rennen geht weiter. In der dritten Runde spüre ich den Atem von Harry, kann mich aber noch vor ihm über die Ziellinie retten. Frieda zeitet Ihren Papi als dritten. Ein tolles Rennen, auch wenn Bocki seine Pinne beim kräftigen Anschieben aus dem Sicherheitsbeschlag gedrückt hatte. Er legte in den folgenden 2 Rennen noch zwei erste nach und das war´s dann am Sonntag. 7 Läufe bei phantastischem Wetter. Das Eis wurde sehr weich an der Oberfläche, man mußte komplett umbauen um nicht ständig im Krebsgang zu segeln und Bocki und Harry konnten das am besten. Von Winkelläufern bis 5mm Slots ging eigentlich alles. Bei den Segeln eher flach, mittags Power mit loser Schot. Ich wurde mit 17 Punkten dritter und Thomas Bergner wurde vierter. Gefreut hatten wir uns über einige neue Gesichter vom Inselsee aus Güstrow. Wirklich nur ein Katzensprung zum Goldberger und man versicherte mir, im nächsten Jahr mit verbessertem Material häufiger am Start zu sein.

Die Preise waren ja bereits vergeben, trotzdem rechnete Frieda wieder souverän die Plazierungen aus, die noch schnell verkündet wurden und alle machten sich auf den Heimweg. Ich handelte noch mit Frau Bier´s Schwiegersohn neue Konditionen für die nächste Saison aus und ich kann Euch versprechen, es gibt deutlichen Nachlaß für DN Segler, sowohl beim Essen als auch bei den Übernachtungspreisen. Mehr davon am Beginn der neuen Saison. Erstmal muß diese Kröte geschluckt werden. Andere Reviere buhlen schließlich um unseren Besuch.

See you on the „water“
Manfred
DN G-99