Manfred C. Schreiber

DN Eissegler seit 1975

OK, das mag wie eine endlos lange Karriere im Eissegeln erscheinen aber Fakt ist ja, daß die guten Winter in Perioden von ca. 7 frostigen und ca. 8-9 warmen Wintern auftreten. So hielt sich meine Aktivität anfangs wirklich in Grenzen zumal mein erstes Boot, die G-99 aus einem feuchten Elmshorner Bootsschuppen, nach gründlicher Überholung vor allen Dingen mit Farbe, beim meinem ersten Eisesegeln überhaupt, gleich zusammenbrach. Ich war aber so von diesem Sport und dieser kleinen Kiste angefressen, daß ich alles über den Bau von Eissegelschlitten las, was ich in die Hände bekommen konnte.

Ich baute dann meinen ersten richtigen Eisschlitten mit einer Gruppe von 5 anderen „Möchtegerne“ Eisseglern in einem angemieteten, leeren Büro in Hamburg. Wir starteten also am 5. Dezember und mein Boot wurde in der Sylvesternacht fertig. Die anderen erst 3-4 Jahre später. Am 1.1.?? stand ich mit meinem nagelneuen Boot, gemeinsam mit Hans Molter, Detlev Kreidel und einigen anderen in Borgwedel am Eis und es sah nach einem guten Tag aus. Leider brach ich nach kurzer Zeit ein, konnte mich aber auf´s feste Eis retten und kurz nach mir brach Detlev Kreidel ein und mußte schwimmen. Leider hatte ein Schlepper nochmal ein Kurve gezogen und das Eis war an diesen Stellen zu dünn. Danach gab es für mehrere Jahre kein Eis mehr, mein Boot wurde komplett aus einer Tiefgarage geklaut und erst durch Jack Lutkat, der mir seine Werkstatt und Hilfe anbot, kam ich wieder zum Sport. Wir fuhren mit neuen Booten nach Schweden und der Regattabazillus hatte mich sofort befallen.

1992 zeigten sich dann erste Erfolge. Am Reschensee gewann ich bei ca. 35 internationalen Teilnehmern 3 Serien hintereinander, unter anderem den Reschenpokal, die Italienische Staatsmeisterschaft und den Mitropa Cup. Wegen einer Sehenenscheidenentzündung und kräftigem Nasenbluten mußte ich weitere Aktivitäten auf diesem wunderbaren Eissegelrevier in 1500m Höhe über dem Meeresspiegel einstellen. Es folgten über die Jahre viele Regatten, u.a. auch in USA, aber keine Top 3 Plazierungen. OK, ich gewann 1994 die Silbergruppe bei der DN Weltmeisterschaft, hier wurde Andreas Bock Weltmeister, aber das ist letzen Endes nur Platz 46, denn 45 Teilnehmer starteten in der Goldflotte.

10 Jahre später, im Winter 2002 hatte ich wieder gute Erfolge. Nach dem Auftaktsieg bei der Schleswiger Stadtmeisterschaft auf der großen Breite wurde ich auch Bayrischer Meister, Berlin Brandenburger Meister und bei der Deutschen versagte ich. Unter anderem blieb das Fall im Schotblock hängen, jedenfalls war das Ergebnis 2-stellig.
Es war trotzdem meine schönste Saison. 19 Regattaserien mit über 110 Rennen. Die meisten davon in den Top 5 beendet. Einige Regatten mit Hilfe der Clubkameraden Henning Schillert und anderen selbst organisiert und immer viel Spaß gehabt. Besondere Freude macht mir der Einstieg von jüngeren Schleswiger Seglern, wie Gitta & Sven Kraja, Jan C. Witte, Kai Möller und Jan Schmidt in die DN Klasse. Sie werden die alten Hasen, wie, Henning, Roger, Walter Muhs, und seine Gang, Hartmut, Uwe, Martin und andere, die mir jetzt nicht einfallen, die aber unbedingt dazugehören, irgendwann ablösen und hoffentlich auch die Schleswiger Flagge erfolgreich auf den Eissegelrevieren Nordeuropas vertreten. Die Schlei bietet ideale Voraussetzungen für diesen rasanten Wintersport.

G 99