PÖNITZER See Cup und andere DN Geschichten

Die Woche im Schnelldurchlauf:

Am Mittwoch Treffen auf dem Pönitzer See mit den üblichen Verdächtigen. G-890, G-99, G-17, G-999 und noch ein paar unbekannten Namen und Segelnummern. Das Eis war gut segelbar, die Oberfläche bestand aus hartem Schneeeis. Der Wind war leicht. In Ufernähe mit den üblichen Drehern. Holger stellte schnell die Tonnen auf und es wurden jede Menge Trainingsrennen gesegelt. Mark und Susie profitierten von dem „Expertenwissen“, Holger führte erwartungsgemäß die kleine Flotte an und ich freute mich über meinen Speed, der mich häufig in Schlagdistanz zu Holger brachte. Mark stocherte eine wenig im See herum und war unzufrieden mit seinem hartem Mast. Nach gewissen Trimmumstellungen wurde es noch schlechter und es war offenbar nicht sein Tag.

Am Samstag, den 17.3.2018 trafen sich wiederum 8-10 Segler auf dem Eis. Es wurde meist gefachsimpelt und wenn der Wind von 0 Bft auf 1-2Bft auffrischte wurde sofort gesegelt. Das Eis war sogenanntes „slush Eis“ an der Oberfläche. Man brauchte unbedingt einen sehr gemäßigten Einlauf an den 3 Kufen um in Gang zu kommen. „Bull Nose“ ging überhaupt nicht. Ansonsten schob man eine Welle von diesem halb gefrorenem Zeugs vor sich her. Von dünnen T´s über Slots und Plattenläufern ging alles. Die Winkel von Lars drückten zu sehr durch die Grütze bis auf das feste schwarze Eis darunter und funktionierten auch nicht so richtig. Die Temperaturen lagen im plus Bereich. Der Himmel bedeckt. Nachmittags beim abtakeln legten Mark und Susie bereits einen Balken auf den Übergang zum festen Eis. Ich zählte mich zu den Optimisten und lies mein Boot, ebenso wie Mark und Wulf und natürlich einige Einheimische, auf dem Eis stehen. Unsere Hoffnung lag auf dem Sonntag. Irgendjemand sprach von Minus Graden in der Nacht.

Der perfekte Tag!
Ja, Sonntag der 18.2.2018 sollte in die Annalen der DN Geschichte eingehen. Doch kurz mal an den Anfang. Bei meiner Abfahrt um 08.30h in Schleswig, blauer Himmel, Temperaturen -1,5°. In Kiel dann bedeckter Himmel und 2°, Plön schon 2,5°. Zwischendurch die Korrespondenz mit den üblichen Verdächtigen, ich konnte allerdings nur sagen, was ich auf meiner Fahrt sehen konnte und was die Temperaturanzeige im Auto hergab. Entscheidungen kann ich nicht für andere treffen. Am See angekommen großes Erstaunen. Die Oberfläche war hart. Gefrorenes Schneeeis und am Takelplatz reichlich verschmutzt und hubbelig. Aber durchgefrorenes Schneeeis. Aufgetakelt, ne Proberunde gesegelt. Alles OK, alles sicher. Noch leichter Wind aus Ost/Süd/Ost. Man konnte schon gut segeln. Für die Neuen war es etwas schwierig bei der ablandigen Windrichtung nach Lee zu kommen. Ich baute die Tonnen auf. Zwischenzeitlich unkte Wulf, ab 12.00h, wenn die Sonne rauskommt, ist hier alles weich und wir verschwinden besser. Aber niemand verschwand. Es kamen gegen 12.00h zunächst 8 DNér an die Startlinie. Das Eis war erstaunlicherweise immer noch hart an der Oberfläche und der Wind hatte sich durchgesetzt.

PÖNITZER Gold Cup
Wir segelten 7 (!) Rennen um den Gold Cup, die unglaublichen Spass machten. Jeder fand seinen Gegner. Ich matchte überwiegend mit Lars und wir hatten bis zu 3 Führungswechsel in manchen Rennen. Mehr Spass kann man beim DN Segeln nicht haben. Wulf hatte ein Grinsen im Gesicht, hatte er doch in letzter Minute erkannt, dass auch seine Unkenrufe das Eis nicht zum schmelzen gebracht hatten und doch noch aufgetakelt. Auch die Sonne schaffte es erstaunlicherweise nicht, das Eis zum schmelzen zu bringen. Was ist es, was Mark und Susie an diesen See in das Wasser geschüttet haben? Vermutlich einfach das gute

SUSE Cup
Der Nachmittag war noch früh, die Sonne schien, das Eis war Spitze, der Wind hatte zwischenzeitlich auf 3 Bft und in Böen mehr zugenommen. Da war schon mal „Warpspeed“ drin. Mark hatte einen Mast von mir auf sein Boot gestellt und fuhr an diesem denkwürdigen Tag wesentlich entspannter und schneller, als noch am Mittwoch. Wir schafften tatsächlich noch 5 Rennen und hatten teilweise Fotofinish Zieldurchgänge, die schwer aufzuschreiben waren. Um kurz vor vier bauten wir die Tonnen ab, bei immer noch hartem Untergrund, und trafen uns am Takelplatz. Dort gab es Kaffee, Kekse, Getränke und wunderbaren Eierlikörkuchen, zubereitet von Mark und Susie´s Mädchen. Das war wie früher. Auf den Schlitten in der Sonne sitzen und den tollen Tag Revue passieren lassen. Jeder hatte seine Höhepunkte des Tages und die Neuzugänge mit beachtlich gutem Material waren begeistert von der Rennsegelei. Nur die Kufen sollten wirklich scharf sein. Was Lars und ich da am Ende des Tages „fachmännisch“ begutachten sollten, eine stumpfe Steuerkufe, ist einfach gefährlich im Pulk an der Luvtonne. Scharfe Kufen gehören ebenso zur Sicherheitsausrüstung wie Helm, Pickel und ne Rettungsleine.

Wirklich schwer zu erklären bleibt für einige von uns, wie dieser See, nur 5 km von der Ostsee entfernt gelegen, im Winter 2018 sicheres Eis in Norddeutschland bieten konnte. Der Zugang wird jetzt schwieriger, der Parkplatz matschiger und bei dem strahlend blauen Himmel könnte es das Ende der Saison in unserer Region bedeuten. Aber wer weiß das schon genau. Jeder muss seine Entscheidung, ob er fährt oder nicht, selber treffen und wir können auch nicht alle ständig bei Susie anrufen, denn sie hat ja auch noch anderes zu tun, als Eisdicke und Wetteraussichten durchzugeben. Beobachtet selbst auf WINDYTV.com und macht euch ein Bild von der Situation.
See you on the Ice
Manfred
DN G-99